Fachgebiet Schulter

Kalkschulter

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Übersicht: Kalkschulter

Was ist eine Kalkschulter?

Die Kalkschulter, medizinisch als Tendinosis calcarea bekannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schulter, bei der sich Kalkablagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette bilden. Diese Ablagerungen können zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen und betreffen häufig Menschen im mittleren Alter.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Kalkschulter sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Durchblutungsstörungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette eine Rolle spielen. Dies kann zu einer degenerativen Veränderung der Sehnen führen, wodurch sich Kalkablagerungen bilden. Weitere Risikofaktoren können sein:

Röntgenbild einer Kalkschulter

Symptome

Eine Kalkschulter kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, die oft plötzlich auftreten und sich im Laufe der Zeit verschlimmern können. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Verlauf der Kalkschulter

Der Kalk in der Schulter durchläuft mehrere Stadien, von der Bildung bis zur Auflösung. Insgesamt werden 4 Stadien unterschieden. Am häufigsten bildet sich der Kalk in der Supraspinatussehne.

Die 3 Stadien der Tendinosis calcarea

In diesem Anfangsstadium der Tendinosis calcarea kommt es in einem bestimmten Bereich der Sehne zu Veränderungen. Die normalen Sehnenzellen (Tenozyten) wandeln sich in Knorpelzellen (Chondrozyten) um. Begleitet wird diese Transformation von einer veränderten Zellmatrix, die mehr Proteoglykane produziert. Diese Veränderungen bereiten den Boden für die spätere Kalkablagerung.

Das Kalzifikationsstadium gliedert sich in drei Phasen:

Formationsphase:
  • Die umgewandelten Chondrozyten beginnen, Karbonatapatit zu produzieren, der in Matrixvesikeln innerhalb der Zellzwischenräume abgelagert wird. Diese Kalkdepots bestehen aus Kalziumhydroxylapatit und sind typischerweise frei von Blutgefäßen.
  • Bei einer Operation in dieser Phase zeigt sich der Kalk oft pulverig oder wie Kreide.
  • Eine begleitende subakromiale Bursitis tritt selten auf und ist meist auf ein Impingement-Syndrom zurückzuführen.

 

Ruhephase:
  • Nach der Formationsphase stabilisieren sich die Kalkablagerungen ohne weitere Kalkeinlagerung. Die Symptome können von Schmerzfreiheit bis zu leichten, chronischen Schmerzen reichen.

 

Resorptionsphase:
  • In dieser Phase bilden sich Blutgefäße um die Kalkdepots, und Entzündungszellen wie Makrophagen und Riesenzellen beginnen, den Kalk abzubauen.
  • Der Kalk hat dann eine zahnpastaartige Konsistenz.
  • Diese Phase ist oft mit starken Schmerzen und einer Entzündungsreaktion verbunden, die zu einer Druckerhöhung in der Sehne und möglicherweise zu einer Perforation in den Subakromialraum führt.

Nach der Resorption des Kalks wird das betroffene Sehnengewebe durch Granulationsgewebe ersetzt. Neue Tenozyten und Blutgefäße führen zu einer Umstrukturierung der Sehne, bei der neues Kollagen gebildet wird, das sich entsprechend der Längsachse der Sehne ausrichtet. In manchen Fällen kann es trotz der Entfernung des Kalks zu anhaltenden Beschwerden kommen, die als Postkalzifikationstendinitis bekannt sind.

Diagnose

Die Diagnose einer Kalkschulter wird in der Regel durch eine gründliche körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren gestellt. Zu den gängigsten Methoden gehören:

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Kalkschulter richtet sich nach der Schwere der Symptome und dem Ausmaß der Kalkablagerungen. Es gibt verschiedene Ansätze, die sowohl konservative als auch invasive Methoden umfassen:

Konservative Behandlung

Invasive Behandlung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kalkschulter prinzipiell gut behandelbar ist. Oft ist er nur als Zufallsbefund im Röntgen ersichtlich und macht keinerlei Probleme. Eine frühzeitige Diagnose und eine angepasste Behandlung bei entsprechenden Symptomen sind entscheidend für die Linderung der Beschwerden und die Wiederherstellung der Schulterfunktion. Moderne Behandlungsmethoden bieten gute Aussichten für die Betroffenen, auch wenn die Erkrankung manchmal chronisch verlaufen kann.

Nahaufnahme einer Kalkschulter während der Operation
Entfernung des Kalkherdes