Fachgebiet Schulter

AC-Gelenkluxation

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Übersicht: AC-Gelenkluxation

Eine Verletzung des Acromioclaviculargelenks (AC-Gelenk) ist eine häufige Schulterverletzung, die insbesondere bei Sportlern auftritt. Diese Verletzung betrifft das Gelenk zwischen dem Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterdach (Acromion) und kann durch einen direkten Schlag auf die Schulter oder einen Sturz auf den ausgestreckten Arm verursacht werden. Dabei kommt es zu einer Verletzung von wichtigen stabilisierenden Bändern. Die acromioclaviculären Bänder befinden sich zwischen Schulterdach und Schlüsselbein, die coracoclaviculären Bänder zwischen dem Rabenschnabelfortsatz (Coracoid) und dem Schlüsselbein. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Stabilisierung des AC-Gelenkes. 

Röntgenbild einer Schultergelenksverletzung
links: AC-Gelenkluxation Typ V | rechts: nach minimalinvasiver Stabilisierung

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für eine AC-Gelenkverletzung sind:

Symptome

Die Symptome einer AC-Gelenkverletzung variieren je nach Schweregrad der Verletzung und umfassen:

Diagnostik

Bereits durch die Anamnese Erhebung lässt sich auf eine Verletzung der Schulter schließen. Eine Bildgebung mittels Röntgen in mehreren Ebenen sichert die Diagnose der AC-Gelenksverletzung. Eine CT- oder MRT Untersuchung ist nur bei speziellen Fragestellungen notwendig.

Klassifikation

AC-Gelenkverletzungen werden in sechs Grade nach Rockwood unterteilt, die den Schweregrad der Verletzung widerspiegeln:

Behandlung

Die Behandlung einer AC-Gelenkverletzung hängt von der Schwere der Verletzung ab:

Konservative Behandlung

Bei leichten bis mittelschweren Verletzungen (Grad I bis III) besteht die Behandlung oft aus Ruhigstellung, Schmerzmitteln und Physiotherapie. Eine Schlinge kann zur Unterstützung verwendet werden, und die meisten Patienten erholen sich vollständig ohne Operation.

Operative Behandlung

Schwere Verletzungen (Grad IV bis VI) oder solche, die nicht auf konservative Behandlung ansprechen, können eine operative Stabilisierung erfordern. Dies kann die Rekonstruktion der Bänder oder die Fixierung des Gelenks umfassen. Es werden akute von chronischen AC-Gelenksluxationen unterschieden. Die akute Verletzung ist ≤ 2 Wochen alt, alles danach gilt streng genommen als chronisch. Diese Information ist entscheidend für die Therapie, da sich das Operationsverfahren drastisch ändert.

Akute Verletzungen können primär anatomisch stabilisiert werden. Bei chronischen Läsionen ist eine zusätzliche Sehnentransplantation notwendig – die OP hier ist deutlich aufwändiger. Deswegen sollte zügig die richtige Behandlung eingeleitet werden um Langzeitfolgen zu vermeiden.

Die Arthroskopische Operation der AC-Gelenkluxation

Die arthroskopische Operation zur Behandlung einer AC-Gelenkluxation ist eine relativ neue und minimalinvasive Technik, die oft bei schwereren Verletzungen (Grad III und höher) angewendet wird. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie weniger Gewebeschäden verursacht und die Erholungszeit im Vergleich zu offenen chirurgischen Verfahren verkürzt. Begleitpathologien können während der Arthroskopie in derselben Sitzung mitbehandelt werden. Außerdem ist keine Materialentfernung notwendig eine nochmalige Operation bleibt erspart.

Die Arthroskopische Operation der AC-Gelenkluxation